[prinzessin-valium]
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an tagen wie heute, an denen einfach gefühlt alles schief geht, fällt es mir sehr schwer an meiner neu entdeckten gelassenheit festzuhalten.
ich spüre den selbst verursachten stress wie schwarzen teer meine beine hochkriechen.
es macht mich langsam, schwerfällig.
es zieht mich nach unten.
ich spüre, wie gereizt ich bin, wie ich unfair werde.
garstig und griesgrämig.
grumpy lisa.
und dennoch möchte ich den kacktag heute nicht gewinnen lassen.
ich habe auf anregung einer der therapeutinnen in der klinik angefangen, ein positive-gedanken-tagebuch zu schreiben.
ja, was für ein mist.
dachte ich auch.
aber es heißt, man kann lernen, sein eigenes denken vom festhalten an den negativen dingen zum positiven hin umzupolen.
alles reine übungssache.
da ich es über jahre perfektioniert habe, immer einen haken an allem zu finden, übe ich jetzt brav das gegenteil.
ich nehme mir jeden abend im bett ein paar minuten, um den vergangenen tag revue passieren zu lassen und drei, vier positive dinge zu notieren.
klingt irgendwie einfach. ist tatsächlich so viel schwerer als gedacht.

heute haben wir:
- sonnenschein und warmes wetter nach einigen kalten tagen
- heute morgen hat die waage ein kilo weniger angezeigt
- darauf gab es in der mittagspause erstmal ein eis
- ich habe mir einen neuen taschenkalender für nächstes jahr und ein neues buch gekauft. einfach so. weil ich es kann.

ich bin so ekelhaft positiv, ich gehe mir manchmal sogar selbst damit auf die nerven.
natürlich nur positiv...

hold on, hold onto the minute and sing it, and live it - it's always there


listen to: permanating ~ steven wilson
5.9.17 18:24


leben ist so viel einfacher geworden.
ich übe mich jeden tag in mehr gelassenheit, mehr positiven gedanken, mehr zeit.
ich versuche darauf zu achten, was mir in diesem moment gut tut.
ich arbeite deutlich weniger.
meine arbeit macht mir immer noch sehr viel spaß - dennoch war sie viel zu lange eine flucht vor mir selbst.
in mir ist noch immer ein tanzendes chaos, aber ab und an blitzen sterne durch.
ich habe festgestellt, dass es dringend notwendig ist, mich mit mir selbst auseinander zu setzen.
aber ich muss mich nicht selbst komplett umkrempeln - keine lisa 2.0.
und was fast noch wichtiger ist und vieles so viel einfacher macht: ich muss diesen weg nicht alleine gehen.
es ist ok wenn ich stolpere.
es ist ok nicht stark zu sein, hilfe anzunehmen.
es gibt da draußen menschen, denen ich unglaublich wichtig bin.
und zwar genau so, wie ich bin.
ich denke es ist noch eine lange, aufregende reise auf verschlungenen pfaden.
es wird weh tun, ganz sicherlich.
aber im moment kann ich tatsächlich nach vorne sehen.

[halt neuer plan dann, im blick nach vorn steckt linderung]


listen to: sowieso ~ mark forster
4.9.17 19:17


da bin ich wieder.
so schnell sind sechs wochen vorbei.
die ersten paar tage war ich mir sicher, dass ich diese zeit nicht überstehen werde.
viel zu wenig zu tun und viel zu viel raum für meinen viel zu lauten kopf.
ich war so im funktionieren gefangen, dass ich mir nicht mal mehr sicher war, weshalb ich in die klinik gekommen bin.
ich bin ja stark, das belastet mich alles kein bisschen.
ist klar...
ich wusste, ich kann nicht mehr schlafen. ich bin dünnhäutig. es ist alles zu viel. viel zu viel.
anfangs konnte ich mich kaum auf die therapien einlassen.
was für ein esoterischer schwachsinn.
"spüren sie ihre füße auf dem grund, fühlen sie den halt"
ich habe überhaupt nichts gefühlt.
gefühlskalt. körperlos.
eine reine schutzfunktion.
bis irgendwann die dämme brachen.
es ist sehr unschön sich eingestehen zu müssen, dass man selbst das größte problem ist.
dieser unbändige selbsthass, von dem ich dachte, er hätte sich im laufe der jahre einfach verflüchtigt, weil "ist ja alles ok" ist noch immer in mir.
spricht mit mir.
treibt mich an den rand des wahnsinns.
ich will geliebt werden. um jeden preis.
ich mache alles für dich, aber lass mich nicht alleine. denke nicht schlecht von mir. lieb mich doch bitte endlich.
ich habe mich verbogen, mich selbst belogen, um so zu sein, wie mich andere haben wollten.
und bin daran fast zerbrochen.
irgendwann hat mein kleiner innerer kern rebelliert und alles um mich herum ist zusammengebrochen.
und anstatt zu merken, dass ich im chaos ebenfalls zerbreche und mich um mich kümmern muss, habe ich einfach weiter gemacht.
ja keine schwäche zeigen, das wollen die anderen nicht.
wenn du funktionierst und alles ok ist, dann wirst du auch geliebt.
alle mögen dich. happy lisa.
und obwohl ich alles recht gemacht habe und mich alle so sehr geliebt haben, tobt in mir drin ein unbändiger hass, der all die so wichtigen positiven rückmeldungen zerstört.
du bist nicht gut genug.
ich weiß mittlerweile, dass ich meinem inneren kritiker keinen glauben schenken darf.
er lügt.
aber wissen und auch daran zu glauben sind leider zwei ganz verschiedene geschichten.
ich versuche jetzt stück für stück das große lisa puzzle zusammenzusetzen und mich dabei endlich ein bisschen kennenzulernen.

es ist ok wenn du fällst, auch wenn alles zerbricht geht es weiter für dich


listen to: hey ~ andreas bourani
15.8.17 21:10


eine letzte nacht noch in meinem eigenen bett.
in meinem vertrauten umfeld.
morgen startet dann die reise ins ungewisse.
auf zu lisa 2.0.
den weg, den ich bereits mit meiner entscheidung anfang des jahres begonnen habe, weiter voranschreiten.
ich weiß es ist notwendig.
ich hoffe, dass es mir helfen wird.
aber scheiße, hab ich bammel vor morgen.
ich mag es nicht, nicht zu wissen, was mich erwartet.
ich plane gerne vor - das kann ich im moment nicht.
und ich werde wahnsinnig dabei. ein bisschen.
aber das passt ja auch wieder.
morgen bin ich dann mit anderen wahnsinnigen zusammen.
ich bereite mich nur mental auf den wahnsinn vor...
und jetzt sollte ich wieder damit aufhören, mich im vorfeld kirre zu machen.
ich werde tief durchatmen und immer wieder an die worte meines lieben kollegen denken:

"lieschen, du bist ein wunderbarer mensch. im büro bist du die beste, das weißt du. das wissen alle. und auch sonst bist du die beste, vergiss das nie. denke über dich nach, hinterfrage dich kritisch. das scheinst du gerade zu brauchen. aber sobald deine gedanken selbstzerstörerisch werden denke bitte daran, du bist gut so wie du bist. ich hab dich lieb"

[wer hat in meinen kopf geschaut, und dich aus meinem traum gebaut?]


listen to: atem ~ farin urlaub
3.7.17 14:23


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