[prinzessin-valium]
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es fällt mir unendlich schwer, mich von meinen träumen zu verabschieden.
wenn man jedoch feststellen muss, dass manche träume nie mehr waren und nie mehr sein werden als träume, was bleibt einem dann noch anderes?
es tut weh, viel zu sehr.
ich habe mir so vieles im leben anders vorgestellt. erhofft. gewünscht.
was natürlich nicht heißen soll, dass mein leben so wie es gerade ist, schlecht ist.
das ist es auf keinen fall.
aber dieses kleine, fiese was wäre wenn geistert immer wieder durch meinen kopf.
und dennoch, auch wenn es noch so sehr schmerzt, muss ich der realität entgegenstehen:
nur weil einem selbst ein mensch so unendlich wichtig ist, wichtiger als man sich selbst, heißt das nicht im umkehrschluss, dass man diesem menschen ebenso wichtig bist.
auch wenn man es sich noch so sehr wünscht.

du sagst es hat keinen sinn, wenn wir zwei etwas beginnen, zu spät, denn ich steck mittendrin


listen to: niemals ~ farin urlaub
18.9.17 18:03


ich habe schon sehr lange nicht mehr so viele komplimente bekommen wie die letzte zeit.
das tut so unendlich gut.
es pusht mein selbstvertrauen.
und je sicherer ich mir mit mir selbst werde, umso mehr strahle ich diese sicherheit auch aus.
ja, ich weiß, dass ich keine bestätigung von außen brauchen sollte, um mich mit mir selbst wohl zu fühlen.
aber hey, der weg zum glücklich-sein ist noch lang und steinig...
und dennoch scheine ich aufpassen zu müssen.
ich habe abgenommen.
sehr viel abgenommen.
aktuell sind es 22 kg, die mich von meinem absoluten höchstgewicht trennen.
wenn ich alte fotos von mir sehe, erschrecke ich mich.
damals habe ich es verdrängt, wie furchtbar dick ich geworden bin.
das war ein schlechter scherz.
das ehemals anorektische mädchen gefangen in einem fetten körper.
mittlerweile bin ich durchschnittlich normal.
und doch sehe ich durch meine augen nur dicke schenkel, breite oberarme, keine taille.
ich stehe morgens auf der waage und freue mich über jedes kg, das schwindet.
und dann passieren momente wie heute.
wir hatten unsere kommunikationstrainerin im haus, die mich schon ein, zwei jahre nicht mehr gesehen hat.
wir haben uns unterhalten.
über ihr leben.
über mein leben.
irgendwann sah sie mich an und meinte, dass ich beträchtlich abgenommen hätte.
ich bejahte.
stolz.
sie antwortete, dass ich sehr gut aussähe.
sie würde mir allerdings gerne einen freundschaftlichen rat geben:
"bitte verlieren sie nicht den spaß am essen. essen ist genuss. genießen sie. und nehmen sie bitte nicht weiter ab."
und nun grüble ich über selbst- und fremdbild und finde keine rechte antwort.

I remember I was told there's a new love that's born for each one that has died


listen to: scene six: home ~ dream theater
6.9.17 18:01


an tagen wie heute, an denen einfach gefühlt alles schief geht, fällt es mir sehr schwer an meiner neu entdeckten gelassenheit festzuhalten.
ich spüre den selbst verursachten stress wie schwarzen teer meine beine hochkriechen.
es macht mich langsam, schwerfällig.
es zieht mich nach unten.
ich spüre, wie gereizt ich bin, wie ich unfair werde.
garstig und griesgrämig.
grumpy lisa.
und dennoch möchte ich den kacktag heute nicht gewinnen lassen.
ich habe auf anregung einer der therapeutinnen in der klinik angefangen, ein positive-gedanken-tagebuch zu schreiben.
ja, was für ein mist.
dachte ich auch.
aber es heißt, man kann lernen, sein eigenes denken vom festhalten an den negativen dingen zum positiven hin umzupolen.
alles reine übungssache.
da ich es über jahre perfektioniert habe, immer einen haken an allem zu finden, übe ich jetzt brav das gegenteil.
ich nehme mir jeden abend im bett ein paar minuten, um den vergangenen tag revue passieren zu lassen und drei, vier positive dinge zu notieren.
klingt irgendwie einfach. ist tatsächlich so viel schwerer als gedacht.

heute haben wir:
- sonnenschein und warmes wetter nach einigen kalten tagen
- heute morgen hat die waage ein kilo weniger angezeigt
- darauf gab es in der mittagspause erstmal ein eis
- ich habe mir einen neuen taschenkalender für nächstes jahr und ein neues buch gekauft. einfach so. weil ich es kann.

ich bin so ekelhaft positiv, ich gehe mir manchmal sogar selbst damit auf die nerven.
natürlich nur positiv...

hold on, hold onto the minute and sing it, and live it - it's always there


listen to: permanating ~ steven wilson
5.9.17 18:24


leben ist so viel einfacher geworden.
ich übe mich jeden tag in mehr gelassenheit, mehr positiven gedanken, mehr zeit.
ich versuche darauf zu achten, was mir in diesem moment gut tut.
ich arbeite deutlich weniger.
meine arbeit macht mir immer noch sehr viel spaß - dennoch war sie viel zu lange eine flucht vor mir selbst.
in mir ist noch immer ein tanzendes chaos, aber ab und an blitzen sterne durch.
ich habe festgestellt, dass es dringend notwendig ist, mich mit mir selbst auseinander zu setzen.
aber ich muss mich nicht selbst komplett umkrempeln - keine lisa 2.0.
und was fast noch wichtiger ist und vieles so viel einfacher macht: ich muss diesen weg nicht alleine gehen.
es ist ok wenn ich stolpere.
es ist ok nicht stark zu sein, hilfe anzunehmen.
es gibt da draußen menschen, denen ich unglaublich wichtig bin.
und zwar genau so, wie ich bin.
ich denke es ist noch eine lange, aufregende reise auf verschlungenen pfaden.
es wird weh tun, ganz sicherlich.
aber im moment kann ich tatsächlich nach vorne sehen.

[halt neuer plan dann, im blick nach vorn steckt linderung]


listen to: sowieso ~ mark forster
4.9.17 19:17


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